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Erhöhung der Hundesteuer 

Liebe Tierfreundinnen, liebe Tierfreunde,

wer von ihnen Hundebesitzer ist, wird in diesem Jahr mit Sicherheit schon mindestens einmal einen Tobsuchtsanfall bekommen haben. Nämlich in dem Moment, wo sie den neuen Hundesteuerbescheid zugesendet bekommen haben.

Dass die Politik, insbesondere unsere Kommunalpolitik, sich in der Vergangenheit über die Interessen des gemeinen Volkes hinweggesetzt hat bzw. sie als unwichtig betrachtete, ist hinlänglich bekannt.

Doch diese Hundesteuererhöhung ist ein Schlag ins Gesicht jedes Hundehalters. Mit welchem Recht maßt sich unser Oberbürgermeister an, den Hundebesitzern so tief in die Tasche zu greifen?

Die Hundesteuer wurde im Jahre 1810 als Luxussteuer eingeführt, weil die Politiker der Meinung waren, wer sich einen Hund halten kann, muss noch genug Geld über haben. Dass man sich nur dann einen Hund hält, wenn man nicht mehr weiß, wohin mit seinem Geld, dürfte heute, 2008, längst als überholt gelten. (Im Normalfall, allerdings kann man bei Politikern meistens nicht vom Normalfall ausgehen.)

Wir Hundehalter sind nicht die Melkkühe dieser Stadt!!! Warum müssen wir für die verfehlte Finanzpolitik des Oberbürgermeisters blechen???

Und hiermit meine ich zunächst nur die Hundehalter, die nicht einen sogenannten „gefährlichen Hund“ besitzen, sondern für ihren Liebling nun rd. 96€ und, sollten sie tatsächlich noch die „Frechheit“ besitzen, mehr als einen Hund zu haben, für den „Zweithund“ rd.  143€ hinlegen sollen. Aus unserer Tätigkeit im Tierschutzverein ist uns bekannt, dass es viele Hundebesitzer gibt, die z. B. Hartz-IV-Empfänger sind. Zu fragen, wie sie sich denn nun ihren Hund leisten können, erübrigt sich an dieser Stelle.

Die Hundehalter, die einen sogenannten „gefährlichen Hund“ haben, müssen nun rd. 500€ dafür bezahlen. Auch hier ist die Frage nach dem „Warum?“ berechtigt. Hier gibt es einige Gründe, die dagegen sprechen. Allein schon die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme ist fragwürdig. Ein Hundehalter der einen „Listenhund“ hält, soll also 500€ Steuern bezahlen. Für einen durchschnittlichen Mittelklassewagen bezahlt man lediglich zw. 100 und 200€ Steuern. Einige werden jetzt der Meinung sein, dass man hier Äpfel mit Birnen vergleicht. Aber vor dem Gesetz ist ein „Kampfhund“ genauso ein gefährlicher Gegenstand wie ein Kfz. Und die Gefahr, dass man von einem Auto angefahren und verletzt wird, ist um ein Vielfaches größer, als von einem „Kampfhund“ angefallen zu werden, von dem Gewichtsunterschied gar nicht zu sprechen.

Des Weiteren ist doch wohl klar, dass die Hundebesitzer, die einen „Listenhund“ halten, von dem eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen könnte, genau die „Dreckfressen“ sind, die ohnehin ihren Hund halten, ohne dafür weder Steuern noch Versicherung zu bezahlen. Also bezahlen nur die Hundehalter, die bisher auch ordentlich ihre Steuern abgeführt haben, von dessen Hunden aber keine Gefahr ausgeht, da mit diesen verantwortungsvoll umgegangen wird. Und kontrollieren tut dies auch niemand, denn das Ordnungsamt ist mit den bisherigen Aufgaben, die es hat, und bei der geringen Personalstärke, völlig überfordert, kann also im Großen und Ganzen diese zusätzliche Last nicht auch noch übernehmen. Also bleibt es im Endeffekt bei der heißen Luft, die schon lange nur noch aus dem Rathaus kommt.

Zuletzt sei noch darauf verwiesen, dass viele Menschen, die sich nun ihren Hund nicht mehr leisten können, und das sind in unserer Stadt nicht wenige, sich schweren Herzens von ihrem Liebling trennen, sei es nun ein sogenannter „gefährlicher Hund“ oder eine andere Rasse, und ihn ins sowieso schon überfüllte Tierheim geben, wo sie letztendlich niemand mehr nimmt, weil sich auch andere Menschen einen Hund nicht mehr leisten können. Und wer kommt dann für diese armen Kreaturen auf? Die Stadt natürlich. Und damit wäre unserem Oberbürgermeister mal wieder ein schöner Schildbürgerstreich geglückt. Nämlich dann, wenn die Kosten der abgegebenen Hunde höher ist, als die Mehreinnahmen der neuen Hundesteuer. Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man ihn tatsächlich auslachen.

Sören Gerecke
Vorstandsmitglied